Du kennst das bestimmt: Du scrollst durch deinen Feed und alles sieht irgendwie… gleich aus. Die gleichen Bildbearbeitungsfilter, die gleichen Phrasen, die gleichen verdammten Stockfotos von lächelnden Menschen in Meetings. Und dann – bäm! – taucht plötzlich ein Post auf, der anders ist. Der dich zum Anhalten bringt. Der dich zum Nachdenken anregt. Der authentisch wirkt.
Genau das ist der Unterschied zwischen 08/15-Marketing und einer durchdachten Content Strategie für kreative Marken. Kreativer Content bleibt das Herzstück des Marketings. Ein CMO muss kreativer Vordenker bleiben, bei aller Bedeutung von Daten und Analysen. Aber wie schafft man das eigentlich? Wie gelingt es, dass deine kreative Marke nicht nur eine weitere Stimme im digitalen Rauschen ist, sondern eine, die man unmittelbar wiedererkennt und der man gerne zuhört?
Die Essenz deiner kreativen Marke erfassen – mehr als nur ein Logo
Bevor du dich in die Details deiner Content Strategie stürzt, musst du einen Schritt zurücktreten. Was macht deine Marke eigentlich aus? Was ist ihre Persönlichkeit? Welche Werte vertritt sie?
Klingt erstmal nach Marketingsprech, ich weiß. Aber es ist echt wichtig. Denn letztlich geht es darum, dass all deine Inhalte – von Instagram-Stories bis zum Blogartikel – eine gemeinsame DNA haben. Eine durchdachte Content-Strategie sorgt dafür, dass deine Botschaften konsistent, ansprechend und relevant sind. Sie baut Vertrauen auf, macht dich sichtbar und positioniert dich als Experte in deinem Bereich.
Stell dir deine Marke als Person vor. Wie würde sie sprechen? Welchen Humor hätte sie? Welche Themen würden sie begeistern? Wäre sie die kluge Beraterin, die zuverlässige Freundin oder vielleicht die verrückte Tante, die immer die besten Geschichten erzählt?
Ja, und bevor ich’s vergesse: Eine kreative Marke darf kantig sein! Du musst nicht allen gefallen. Im Gegenteil: Wenn du für jeden sein willst, bist du am Ende für niemanden. Lieber einige treue Fans als tausend gleichgültige Follower.
Content-Formate, die deine kreative Handschrift zeigen
Ok, jetzt wird’s konkret. Welche Formate transportieren eigentlich am besten, wofür deine kreative Marke steht?
Behind-the-Scenes: Zeig, was hinter der Kulisse passiert
Menschen lieben es, hinter die Fassade zu blicken. Zeige ruhig den kreativen Prozess – mit allen Höhen und Tiefen. Die verworfenen Skizzen, die nächtliche Inspirationsphase, das Chaos im Studio. Das macht dich menschlich und nahbar.
Ein Beispiel? Die Berliner Modefirma MAISONNOÉE zeigt in ihren Stories regelmäßig, wie ihre Kollektionen entstehen – vom ersten Moodboard bis zur finalen Anprobe. Das schafft nicht nur Transparenz, sondern gibt den Kleidungsstücken eine Geschichte.
Mood-Videos und visuelle Storys: Gefühle transportieren
Ein Bild sagt mehr als tausend Worte – und ein gut gemachtes Video noch viel mehr. Mit atmosphärischen Kurzvideos kannst du in Sekundenschnelle eine Stimmung erzeugen, die deine Marke perfekt widerspiegelt.
Du musst dafür kein Hollywood-Budget haben. Manchmal reicht schon ein Smartphone und das richtige Auge. Es geht um Authentizität, nicht um Perfektion. Apropos Authentizität…
Mikro-Storys: Die Kunst der kleinen Geschichten
Nicht jeder Content muss episch sein. Oft sind es die kleinen Momente, die am meisten berühren. Eine kurze Anekdote, ein witziger Dialog, ein unerwarteter Einblick.
Das können zum Beispiel sein:
- Der „Aha“-Moment eines Kunden
- Ein Missgeschick, das zu einer neuen Idee führte
- Ein Zitat, das dich inspiriert hat
Solche Mikro-Storys lassen sich perfekt in Social Media integrieren und schaffen eine emotionale Verbindung zu deinem Publikum.
Eine wiedererkennbare Content-Ästhetik aufbauen
Jetzt wird’s visuell. Eine kreative Marke braucht einen visuellen Wiedererkennungswert. Aber Achtung: Das heißt nicht, dass alle deine Posts identisch aussehen sollen. Eher, dass sie zur gleichen visuellen Familie gehören.
Bildsprache: Zwischen Konsistenz und Überraschung
Entwickle eine Bildsprache, die zu deiner Marke passt. Das umfasst:
- Farbpalette (Aber bitte nicht immer die gleichen 3 Farben)
- Bildkomposition (Detail oder Weitwinkel? Menschen im Fokus oder Objekte?)
- Lichtstimmung (Hell und freundlich oder dunkel und geheimnisvoll?)
Die Kunstgalerie KYAS in Wien macht das fantastisch – ihre Bildsprache ist sofort erkennbar, aber nie langweilig. Mal zeigen sie Nahaufnahmen von Pinseln, dann wieder weite Galerieräume, aber immer mit dem gleichen unverwechselbaren Look.
Typografie und visuelle Elemente: Mehr als nur Schriftarten
Typografie wird oft unterschätzt. Dabei kann die richtige Schriftart deiner Marke genauso viel Charakter verleihen wie ein Logo. Kombiniere das mit wiederkehrenden grafischen Elementen – vielleicht ein bestimmtes Symbol, eine Linie oder ein Muster – und du hast einen visuellen Anker, der deine Content Strategie zusammenhält.
Deine visuelle Identität sollte flexibel genug sein, um auf verschiedenen Plattformen zu funktionieren. Instagram hat andere Anforderungen als LinkedIn oder TikTok. So ist das eben.
Storytelling-Formate für kreative Visionen
Kreative Marken haben oft faszinierende Geschichten zu erzählen. Die Frage ist nur: Wie verpackst du sie?
Die Reise der Idee: Vom Konzept zum Produkt
Eine meiner Lieblingsformen des Storytellings ist die Dokumentation einer Idee von der ersten Skizze bis zum fertigen Produkt. Das können sein:
- Zeitraffervideos
- Vorher-Nachher-Vergleiche
- Tagebucheinträge aus verschiedenen Projektphasen
Besonders spannend wird es, wenn du auch die Irrwege und Sackgassen zeigst. Denn seien wir ehrlich – der kreative Prozess ist selten eine gerade Linie.
Die Menschen hinter der Marke
Wer steckt eigentlich hinter deiner Marke? Was treibt diese Menschen an? Welche Geschichten haben sie zu erzählen?
Persönliche Einblicke schaffen Vertrauen und Bindung. Das müssen keine tiefgreifenden Enthüllungen sein – manchmal reicht schon die Antwort auf eine einfache Frage wie „Was hat dich zu diesem Projekt inspiriert?“ oder „Welches Feedback eines Kunden hat dich besonders berührt?“.
Hast du schon mal überlegt, deine Kunden zu Wort kommen zu lassen? Authentische Testimonials sind Gold wert – besonders wenn sie nicht nach Werbung klingen, sondern nach echten Erfahrungen.
Redaktionsplanung: Struktur ohne Kreativitätskiller
Ok, jetzt wird’s ein bisschen technischer. Eine erfolgreiche Content Strategie für kreative Marken braucht auch Struktur. Aber wie planst du, ohne die Spontaneität zu verlieren?
Der flexible Redaktionsplan: Raum für Kreativität lassen
Ein guter Redaktionsplan für kreative Marken sollte wie ein Jazz-Standard sein: Er gibt die Grundmelodie vor, lässt aber Raum für Improvisation.
Du kannst zum Beispiel:
- Themenblöcke definieren, aber die konkrete Umsetzung offenlassen
- Feste Formate etablieren (z.B. „Freitags-Inspiration“), aber inhaltlich flexibel bleiben
- Saisonale Highlights planen, aber spontane Content-Ideen zwischenschieben
Wichtig ist, dass du strategische Themen wie Produktlaunches, Events oder Kooperationen frühzeitig einplanst – und dann drumherum Spielraum lässt für das, was gerade passiert oder dich inspiriert.
Die richtige Balance zwischen geplant und spontan
Manche der besten Content-Stücke entstehen aus dem Moment heraus. Ein unerwartetes Feedback, ein interessantes Gespräch, ein Zufall im Arbeitsalltag.
Halte in deinem Redaktionsplan bewusst Zeit frei für solche spontanen Inhalte. Vielleicht reservierst du einen Tag pro Woche, an dem du keinen Content vorplanst, sondern aus dem Augenblick heraus entscheidest, was du teilen möchtest.
Die richtigen Plattformen für deine kreative Marke
Nicht jede Plattform passt zu jeder Marke. Und es ist besser, auf zwei Plattformen richtig gut zu sein, als auf fünf mittelmäßig. Also, wo sollte deine kreative Marke präsent sein?
Instagram: Visuell, emotional, community-orientiert
Instagram ist nach wie vor ein Kraftpaket für kreative Marken – vor allem, wenn deine Inhalte visuell stark sind. Die verschiedenen Formate (Feed, Stories, Reels) bieten viel Flexibilität. Mein Tipp: Nutze die unterschiedlichen Formate für unterschiedliche Aspekte deiner Marke. Vielleicht zeigst du im Feed die fertigen Projekte, in den Stories den Prozess dahinter und in Reels lässt du deine Persönlichkeit durchscheinen.
LinkedIn: Professionell, aber nicht langweilig
Glaub nicht, dass LinkedIn nur für trockene Business-Inhalte gut ist. Gerade kreative Marken können hier durch unkonventionellen Content auffallen. Zeig deine Expertise, teile Einblicke in deine Branche, starte Diskussionen zu relevanten Themen. Aber bleib dabei du selbst – niemand mag Corporate-Sprech.
TikTok & Co: Experimentieren und Grenzen sprengen
Platforms wie TikTok oder Pinterest eignen sich hervorragend, um neue Zielgruppen zu erreichen und mit Formaten zu experimentieren. Hier kannst du deutlich mutiger sein und auch mal was wagen, das nicht zu 100% durchdacht ist. Die Nutzer schätzen Authentizität mehr als Perfektion.
Na, und dann gibt es natürlich noch deinen eigenen Blog, wo du die volle Kontrolle über deine Inhalte hast. Vergiss den nicht!
Community-Dialog: Aus Zuschauern Teilnehmer machen
Eine kreative Content Strategie ist keine Einbahnstraße. Der wahre Zauber entsteht oft im Dialog mit deiner Community.
Co-Creation: Gemeinsam ist kreativer
Beziehe deine Community in deinen kreativen Prozess ein. Das kann so einfach sein wie eine Umfrage („Welche Farbe gefällt euch besser für das neue Produkt?“) oder so komplex wie ein gemeinsames Projekt.
Ich hab neulich gesehen, wie ein kleines Designstudio seine Follower bat, Elemente für ein Muster vorzuschlagen – das Ergebnis war nicht nur kreativ, sondern hat auch eine starke emotionale Bindung geschaffen, weil sich die Community als Teil des Prozesses gefühlt hat.
Kommentare und Feedback: Gold wert für kreative Marken
Nimm dir Zeit, auf Kommentare zu antworten – und zwar nicht mit Standard-Floskeln, sondern authentisch. Frage nach, bedanke dich für konstruktives Feedback, diskutiere offen über Ideen.
Manchmal entstehen aus solchen Dialogen die besten Ideen für zukünftige Inhalte oder sogar Produkte. Hast du dich jemals gefragt, woher erfolgreiche Kreative ihre Inspiration nehmen? Oft direkt von ihrer Community!
Erfolgsmessung: Jenseits von Likes und Klicks
Wie misst du eigentlich den Erfolg deiner Content Strategie als kreative Marke? Klar, Likes und Follower sind schön – aber sie erzählen nur einen Teil der Geschichte.
Qualitative Erfolgsindikatoren: Was wirklich zählt
Für kreative Marken sind oft diese Faktoren wichtiger:
- Engagement-Qualität (Sind die Kommentare oberflächlich oder tiefgehend?)
- Markenbindung (Kommen Menschen immer wieder zurück zu deinen Inhalten?)
- Visuelle Wiedererkennbarkeit (Erkennen Menschen deine Marke auch ohne Logo?)
- Weiterempfehlungen und organisches Wachstum (Teilen Menschen deine Inhalte von sich aus?)
Diese Aspekte lassen sich schwerer messen, sind aber aussagekräftiger für langfristigen Erfolg.
Die richtigen KPIs für deine kreative Marke
Trotzdem brauchst du natürlich messbare Ziele. Überlege dir, welche Kennzahlen wirklich zu deiner Marke und deinen Zielen passen:
- Wenn es dir um Markenbekanntheit geht: Reichweite, neue Follower, Mentions
- Wenn es dir um Community-Aufbau geht: Kommentare, Direct Messages, Teilnahme an Aktionen
- Wenn es dir um Verkäufe geht: Klicks auf Links, Conversions, direkte Anfragen
Wichtig ist, dass du deine Ziele realistisch setzt und regelmäßig überprüfst, ob deine Content Strategie dich dorthin bringt.
Tools und Workflows für kreative Content-Produktion
Kreativität ist wichtig, aber ohne effiziente Prozesse wird es chaotisch. Wie bringst du kreative Freiheit und strukturierte Content-Produktion unter einen Hut?
Die richtigen Tools für deine Content Strategie
Es gibt unzählige Tools für Content-Erstellung und -Management. Einige, die ich besonders für kreative Marken empfehle:
- Moodboards: Pinterest oder Milanote für visuelle Inspiration
- Content-Erstellung: Canva für schnelle Grafiken, aber auch Adobe-Tools für komplexere Designs
- Content-Organisation: Notion oder Trello für Redaktionspläne und Content-Kalender
Aber denk dran: Das beste Tool ist das, mit dem du gerne arbeitest. Manchmal ist ein simples Notizbuch effektiver als die komplexeste Software.
Effiziente Workflows ohne Kreativitätsverlust
Ein guter Workflow für kreative Content-Produktion könnte so aussehen:
- Ideensammlung (ohne Filter, alles ist erlaubt)
- Auswahl und Konkretisierung (Was passt zur Marke? Was ist machbar?)
- Produktion (mit Raum für spontane Anpassungen)
- Review (Entspricht es deiner Markenidentität?)
- Veröffentlichung und Dialog
Der Trick ist, genug Struktur zu haben, um effizient zu sein, aber genug Flexibilität, um kreativ zu bleiben. Klingt nach einem Balanceakt? Ist es auch!
Experimentiere mit ungewöhnlichen Formaten
Zum Schluss noch ein Tipp, der mir besonders am Herzen liegt: Experimentiere! Eine kreative Marke darf – nein, sollte – Grenzen verschieben und Neues ausprobieren.
Cross-Media und Format-Mix: Mehr als die Summe der Teile
Kombiniere verschiedene Formate und Medien für überraschende Effekte:
- Ein Podcast, der durch visuelle Stories ergänzt wird
- Ein Print-Magazin mit AR-Elementen
- Ein Blog, der mit einem physischen Event verknüpft ist
Solche unerwarteten Kombinationen bleiben im Gedächtnis und heben deine Marke von der Masse ab.
Content als künstlerisches Ausdrucksmittel
Letztlich ist Content für kreative Marken mehr als nur Marketing – es ist ein Ausdrucksmittel. Ein Weg, deine Vision, deine Perspektive, deine Haltung zu teilen.
Die spannendsten Marken sind die, die Content nicht als notwendiges Übel betrachten, sondern als integralen Teil ihrer kreativen Arbeit. Die verstanden haben, dass jeder Post, jeder Artikel, jedes Video ein Pinselstrich im großen Bild ihrer Marke ist.
Was meinst du? Welches Format würdest du gerne mal ausprobieren, das du bisher noch nicht genutzt hast?
Fazit: Deine Content Strategie als kreativer Prozess
Eine gute Content Strategie für kreative Marken folgt keinem starren Schema. Sie entwickelt sich, passt sich an, bleibt in Bewegung – genau wie der kreative Prozess selbst.
Wichtig ist, dass du deine eigene Stimme findest und ihr treu bleibst. Dass du mutig genug bist, anders zu sein. Und dass du verstehst, dass guter Content nicht immer perfekt sein muss – manchmal ist er sogar besser, wenn er es nicht ist.
Also: Experimentiere mit Formaten. Spiel mit Konventionen. Überrasch deine Zielgruppe. Und vor allem: Hab Spaß dabei. Denn wenn dir dein Content Spaß macht, merkt das auch dein Publikum.
Übrigens, falls du noch tiefer in die Welt der innovativen Erklärvideos einsteigen willst – ich hab da noch einen Artikel für dich.
Alles klar, jetzt bist du dran. Welcher Aspekt der Content Strategie für kreative Marken interessiert dich am meisten? Ich bin gespannt auf deine Gedanken und Erfahrungen!
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